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Orchidee des Jahres
2010 Jahr der Epipactis helleborine
Faltblatt(2.4 MB)
Jedes Jahr bestimmen die drei Kartierungsverantwortlichen im Vorstand eine Orchideen-Art, der in der kommenden Saison besondere Aufmerksamkeit bei der Feldarbeit geschenkt wird. Bei der Auswahl der Orchidee des Jahres wird zum einen darauf geachtet, dass neben attraktiven, eher seltenen Arten auch Orchideen zum Zuge kommen, die in der Schweiz weit verbreitet sind und gerade deshalb vielleicht nur eine vergleichsweise geringe Anziehungskraft auf Orchideenfreunde auszuüben vermögen. Andererseits spielt beim Festlegen der Orchidee des Jahres die Erreichbarkeit der Standorte ebenfalls eine wichtige Rolle. Gewisse alpine Gebiete des Landes sind unzugänglich oder nur mit grossem Aufwand zu erreichen, was dazu führt, dass einige in der Schweiz vorkommende Orchideen-Arten nicht unbedingt für das „Jahr der…“ geeignet sind, obwohl gerade bei diesen in Bezug auf die Verbreitung noch vieles möglich wäre (Chamorchis alpina, Nigritella rubra). |
2011: Dactylorhiza sambucina |
Ist die „Orchidee des Jahres“ einmal auserkoren, so geht es daran, sämtliche in der Literatur aufgeführten, meist ungenauen oder gar fehlerhaften Fundortangaben dieser Art aufzuarbeiten. Walter Schmid und Ruedi Irniger investieren Monate in diese aufwändige Arbeit, die oft auch detektivisches Gespür erfordert. Da viele Literaturzitate älteren Datums sind, müssen zur Vervollständigung der nötigen Kartierungsangaben auch längst überholte Landeskarten herbeigezogen werden. Flurnamen sind erfahrungsgemäss nichts Festes, Gegebenes und daher einem stetigen Wandel unterworfen. In den vergangenen fünfzig Jahren veränderten sie sich besonders in intensiv genutzten Tieflagen; manche wurden weggelassen, andere wiederum den sprachlichen Gepflogenheiten der heutigen Zeit angepasst. Trotz aller zur Verfügung stehender Hilfsmittel ist es manchmal nicht möglich, die in den Florenwerken erwähnten Fundortangaben mit verlässlichen Koordinaten zu versehen. In solchen Fällen sind die Kartierungsverantwortlichen gezwungen, so genannte „provisorische Koordinaten“, d.h. willkürlich gesetzte, als Anhaltspunkt zu verwenden (Wie entstehen provisorische Koordinaten?).
Sämtliche aufgearbeiteten Literaturangaben werden schliesslich mit spezieller Kennung in die AGEO-Datenbank integriert. An der Generalversammlung, die jeweils im Februar stattfindet, verteilen Walter Schmid und Ruedi Irniger neben vielen nicht mehr aktuellen AGEO-Angaben auch die bearbeiteten Literaturdaten an interessierte Kartierer.
Die Feldarbeit bei der „Orchidee des Jahres“ gestaltet sich vor allem bei älteren Literaturangaben zum Teil recht aufwändig. Ursprüngliche Fundorte können infolge fortschreitender Veränderungen in der Landschaftsstruktur (intensive Bewirtschaftung, hohe Siedlungsdichte, Industrialisierung) in vielen Fällen nicht mehr bestätigt werden. Das bedeutet, dass der für das Gebiet zuständige Kartierer nach anderen potentiellen Standorten suchen muss, was viel Zeit, aber auch fundierte Kenntnisse über das spezifische Biotop der Orchidee erfordert.
Alle Fundmeldungen zur „Orchidee des Jahres“ werden bis spätestens Ende Jahr an Ruedi Irniger geschickt, der für die detaillierte Auswertung besorgt ist. Das Ergebnis dieser sehr gezielten Orchideensuche fällt dank des grossen Einsatzes aller Mitwirkenden auch bei seltenen Arten durchwegs erfreulich aus und wird jeweils im AGEO-Mitteilungsheft und auf dieser Homepage veröffentlicht.
Marianne Greminger, Ruedi Irniger, Walter Schmid
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Die Seite wurde aktualisiert am 21. 02. 2010.
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