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Verschiedene Orchideen des Jahres

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Orchidee  des  Jahres

2010 Jahr der Epipactis helleborine

                    Faltblatt

(2.4 MB)

Epipactis helleborine: Orchidee des Jahres 2010, Foto Fred Stadler †

Jedes Jahr bestimmen die drei Kar­tierungs­verant­wort­lichen im Vorstand eine Orchi­deen-Art, der in der kom­men­den Sai­son beson­dere Auf­merk­sam­keit bei der Feld­arbeit geschenkt wird. Bei der Auswahl der Orchidee des Jahres wird zum einen da­rauf geachtet, dass neben attrak­tiven, eher seltenen Arten auch Orchi­deen zum Zuge kommen, die in der Schweiz weit ver­brei­tet sind und gerade deshalb vielleicht nur eine vergleichs­weise geringe Anziehungs­kraft auf Orchideen­freunde aus­zu­üben vermö­gen. Anderer­seits spielt beim Fest­legen der Orchi­dee des Jahres die Erreich­bar­keit der Stand­orte eben­falls eine wich­tige Rolle. Gewisse alpine Gebiete des Landes sind unzu­gäng­lich oder nur mit grossem Auf­wand zu erreichen, was dazu führt, dass einige in der Schweiz vor­kom­men­de Orchi­deen-Arten nicht unbe­dingt für das „Jahr der…“ geeignet sind, obwohl gerade bei diesen in Bezug auf die Verbrei­tung noch vieles möglich wäre (Chamorchis alpina, Nigritella rubra).

2011: Dactylorhiza sambucina
           Holunder-Fingerwurz
2010: Epipactis helleborine
           Breitblättrige Ständelwurz
2008/2009: Listera cordata
           Herzförmiges Zweiblatt
2006/2007: Ophrys holoserica
           Hummel-Ragwurz
2005: Cephalanthera damasonium
           Weisses Waldvögelein
2004: Malaxis monophyllos
           Zartes Einblatt
2003: Jahr des Kanton Aargau 2002: Epipactis atrorubens
           Braunrote Ständelwurz
2001: Limodorum abortivum
           Violetter Dingel

Ist die „Orchidee des Jahres“ einmal auserkoren, so geht es daran, sämtliche in der Literatur aufgeführten, meist ungenauen oder gar fehlerhaften Fundortangaben dieser Art aufzuarbeiten. Walter Schmid und Ruedi Irniger investieren Monate in diese aufwändige Arbeit, die oft auch detektivisches Gespür erfordert. Da viele Literaturzitate älteren Datums sind, müssen zur Vervollständigung der nötigen Kartierungsangaben auch längst überholte Landeskarten herbeigezogen werden. Flurnamen sind erfahrungsgemäss nichts Festes, Gegebenes und daher einem stetigen Wandel unterworfen. In den vergangenen fünfzig Jahren veränderten sie sich besonders in intensiv genutzten Tieflagen; manche wurden weggelassen, andere wiederum den sprachlichen Gepflogenheiten der heutigen Zeit angepasst. Trotz aller zur Verfügung stehender Hilfsmittel ist es manchmal nicht möglich, die in den Florenwerken erwähnten Fundortangaben mit verlässlichen Koordinaten zu versehen. In solchen Fällen sind die Kartierungsverantwortlichen gezwungen, so genannte „provisorische Koordinaten“, d.h. willkürlich gesetzte, als Anhaltspunkt zu verwenden (Wie entstehen provisorische Koordinaten?).

Sämtliche aufgearbeiteten Literaturangaben werden schliesslich mit spezieller Kennung in die AGEO-Datenbank integriert. An der Generalversammlung, die jeweils im Februar stattfindet, verteilen Walter Schmid und Ruedi Irniger neben vielen nicht mehr aktuellen AGEO-Angaben auch die bearbeiteten Literaturdaten an interessierte Kartierer.
Die Feldarbeit bei der „Orchidee des Jahres“ gestaltet sich vor allem bei älteren Literaturangaben zum Teil recht aufwändig. Ursprüngliche Fundorte können infolge fortschreitender Veränderungen in der Landschaftsstruktur (intensive Bewirtschaftung, hohe Siedlungsdichte, Industrialisierung) in vielen Fällen nicht mehr bestätigt werden. Das bedeutet, dass der für das Gebiet zuständige Kartierer nach anderen potentiellen Standorten suchen muss, was viel Zeit, aber auch fundierte Kenntnisse über das spezifische Biotop der Orchidee erfordert.

Alle Fundmeldungen zur „Orchidee des Jahres“ werden bis spätestens Ende Jahr an Ruedi Irniger geschickt, der für die detaillierte Auswertung besorgt ist. Das Ergebnis dieser sehr gezielten Orchideensuche fällt dank des grossen Einsatzes aller Mitwirkenden auch bei seltenen Arten durchwegs erfreulich aus und wird jeweils im AGEO-Mitteilungsheft und auf dieser Homepage veröffentlicht.

Marianne Greminger, Ruedi Irniger, Walter Schmid



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Die Seite wurde aktualisiert am 21. 02. 2010.