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Aargau


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Aktuelle Vorträge 2010 bis März 2011

Die Vorträge finden statt im Dufour Haus, Zurzacherstrasse 30, Brugg, Beginn: 19 Uhr

Die Details zu den Vorträgen erfahren Sie zu Beginn des jeweiligen Quartals.

16. September


Joe Meier, Attelwil: 3 Projekte zur Schonung und zum Schutz der Orchi­deenstandorte im Engadin


Holzschlag in Sur En, Foto: Joe MeierTeil 1
Im Sep­tem­ber 2005 dröhnten in Sur En Motorsägen aus einem Frauen­schuh­stand­ort. Wie immer, wenn der Forst einen Schlag macht, ist das Schlacht­feld für unsere Augen, unser Empfin­den uner­träglich. So war es auch diesmal. 32 Forst­lehr­linge sägten und rückten Bäume was das Zeug hielt. Mehr als 30 Baumstämme, deren abgesägten Äste, lagen in einer Runse, in der im Juni davor noch über 1300 Cypri­pedien blühten. Mit Seil­winden wurden die Stämme über die abgeblühten Pflan­zen gezogen. Mir stand das Herz still. Aus dem Stand rief ich eine mir be­kann­te Person im BAFU (ehemals BUWAL) an und liess meiner Wut freien Lauf.
In meinem Vor­trag er­zäh­le ich Ihnen, welch gute Sache aus ei­nem Mega-Frust entstehen kann. Und wie man neue Freunde dazu gewinnt. Der Forst, dein Freund und Helfer.


ausgegrabene Frauenschuhe, Foto: Joe Meier Teil 2
Im Jahre 2006 schrieb ein jahre­langer Gast aus der Zürich­see­gegend den Gemeinden Scuol, Sent und Ramosch, dass in ihren Gemeinde­gebie­ten massiv Frauen­schuhe ausgegraben bzw. ge­räubert würden. Da ich schon länger mit dem Forst des Unter­en­gadins in anderen Projekten zusammenarbeite, übergaben mir diese die hand­geschrie­benen Briefe des damals 86-Jährigen, mit der Bitte, der Sache nach­zu­gehen, die Interessen und Kräf­te zu bündeln. Die mir übergebenen Meldungen schienen mir anfäng­lich etwas übertrieben. Nach einer Begehung verschie­dener de­zimierter Stand­orte in Scuol und Umge­bung mit dem Infor­manten, musste ich ein­sehen, dass die Räubereien eine Grösse angenom­men hatten, die nicht mehr toleriert werden darf und weit gravie­render als angenom­men war. Handeln war angesagt. Um das jetzt laufende Pro­jekt nicht zu gefährden, er­zähle ich Ihnen dann in mei­ner bebil­derten Berichter­stattung, wie wir die Sache ange­gan­gen sind. Eines ist sicher: Die Krimi­na­listen unter Ihnen kom­men voll auf die Rech­nung – egal, ob die Täter erwischt werden oder nicht.


Hier soll eine 3,2 m breite Strasse entstehen. Foto: Joe MeierTeil 3
2002 hörte ich zufäl­lig die Hiobs­bot­schaft, dass in Ramosch eine Melioration im Gange sei und die Gemeinde diesem Projekt mit über 60% zugestimmt habe. Für viele Blumen- im speziellen Orchi­deen­freunde ein Schlag voll in die Botani­ker­seele. Denn je­der weiss, welche Folgen eine Melioration in einem so diffizilen Gebiet im Normal­fall hat. Da muss man im Unter­enga­din nur die Umge­bung von Guarda, Ardez, Ftan, Scuol, Sent und Tschlin auf­merk­sam begehen, dann weiss man Bescheid.
Auch wenn im Vor­feld von allen „Fach­leuten“ der Verlust der Bio­diversität bestritten wird. Ja, man weist da­rauf hin, dass mit den Land­wir­ten Bewirt­schaftungs­ver­träge abgeschlossen würden. Es wird sogar behaup­tet, dass nicht etwa Mehr­ertrag bei den Land­wirten das Ziel sei, sondern die Tech­nik, Art und Weise im Vor­dergrund stehe, wie in Zukunft die Berg­land­schaft bewirt­schaftet werden soll.
2008/09 haben Klaus Hess und ich ca. 40 Feucht­gebie­te, die in der vorgese­henen Me­lioration liegen und vom Strassen­bau massivst tan­giert werden, auf Orchideen­vorkommen kartiert. Dane­ben haben wir auch andere, sel­tene Pflanzen proto­kolliert. Der Strassen­bau wird Tau­senden Orchi­deen den Kra­gen kosten, das wird leider unver­meidbar sein. Man kann Hang­moore, Feucht­gebiete und Trocken­wiesen mit neuen Strassen nicht queren, ohne massive, irre­parable Schäden anzu­richten. Die negative Nach­haltig­keit auf diese Biotope wird gründ­lich sein. Den gegen 50-seitigen Bericht haben wir im Auf­trage des Kan­tons Grau­bün­den gemacht und ausge­liefert. Interessierte können sich den Bericht hier herunterladen (2.3 MB). Eines sei jetzt schon ver­raten: Der Piz Arina gehört zu den Land­schaften von nationaler Bedeu­tung und wurde 1983, Nr. 1909, mit 49.36 Quadrat­kilo­metern in das Bundes­inventar der Schweiz aufge­nommen. Eine Perle von Land­schaft, die es zu erhalten gilt. Und die, das ist meine Sicht der Dinge, sowohl mit Geldern von Bund als auch Kanton Graubünden unwieder­bringlich zertreten wird.
Über diese Kartierungs­arbeit berichte ich Ihnen an diesem Abend und zeige u.a. auf, was in diesen neu erschlos­senen Par­zellen in­nert weniger Jahre passiert, wenn sie mit dem Traktor und Jau­chefass erreichbar gemacht werden. Dieser Teil meines Vor­tra­ges wird nicht der erfreu­liche sein. Ich habe mich des­halb noch nicht entschieden, ob ich Ihnen diesen Bericht als Vor­speise, Haupt­gang oder Dessert servieren soll.

21. Oktober Exkursionsrückblick --- JEKAMI
11. November Wolfram Foelsche, Graz (A): Die Gattung Nigritella
04. Dezember CHLAUSHOCK (Einladung per Post): Peter Schardt, Emmenbrücke: Thema offen
20. Januar 2011 Vincent und Christophe Boillat, Delémont, Bassecourt: Orchideen des Audes
19. Februar 2011 GENERALVERSAMMLUNG (Einladung per Post)
17. März 2011 Dr. Beat A. Wartmann, Oberengstringen: Orchideen im Misox und Calancatal

Diese Vorträge fanden bereits statt.



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Die Seite wurde aktualisiert am 23. 08. 2010.